Der 15. Dezember gehört der Vergangenheit an. Seither habe ich nicht mehr so viel garbeitet (ausser ich habe aus lauter Gewohnheit die Zeit vergessen), und ich war unterwegs mit Freunden.
In den vergangenen Tagen habe ich mein Jahr 2008 in Gedanken passieren lassen. Ein Jahr voller toller Projekt, verbunden mit viel Arbeit, und ich habe meine Freunde so gut es ging überall unterstützt. Leider habe ich viel zu wenig für mich getan. Das einzige das ich mir als Geschenk gemacht habe, waren Ferien in Ecuador.
Wie kann ich mich bloss vergessen? Damit ist jetzt Schluss. Ab jetzt zählt, was ich will, was mir Spass macht! Und dann kommen alle anderen...
Ab jetzt werden alle meine Ideen, Wünsche, etc. in die Tat umgesetzt und verpuffen nicht wie eine Sternschnuppe in meinen Gedanken. Freut euch darauf!
Die Wohnung setzt ganz langsam Staub an, ein leichter Film auf den Buchrücken, beim Öffnen des Fensters wirbelt der Staub durch die Wohnung und zwischen unterschiedlichen Gegenständen bilden sich „Spennhopele“. Die weissen Bilderrahmen nehmen die Farbe von hellem Grau an und morgens muss erst das Bügeleisen in Betrieb genommen werden, damit man frisch angezogen aus der Wohnung gehen kann, falls die Wäsche gewaschen ist. Freunde rufen an, vergeblich. Antwort erhalten sie selten und wenn, fängt der erste Satz mit einem „Sorry, aber... „ an. Und dies auch nur, falls man in diesem Stadium noch Freund hat.
Arbeit ist schön, Arbeit gehört zum Leben, Arbeit mach Spass, ganz sicher, wenn man den Erfolg der Arbeit ernten kann. Wie entstehen aus Spass rund 600 Überstunden? Ist es zu viel verlangt, dass man seine Arbeit perfekt machen und das bestmögliche rausholen will? Was, wenn andere den Applaus für den Erfolg ernten, für den man sich abgerackert hat?
Aus diesen zwei Teilen besteht mein momentanes Leben. Ein tristes Leben, falls dies überhaupt als Leben bezeichnet werden kann. Das Ende ist in Sicht, falls ich dort ankomme: 14 Tage, oder 336 Stunden, oder 20‘160 Minuten, oder 1‘209‘600. Noch so lange dauert es, bis dem Leiden der unzähligen Überstunden ein Ende gesetzt wird.
Passend zum heutigen Tag, mein Horoskop: Mars ist in Konflikt mit Ihrem Geburtsstern Venus - Sie können nicht ohne Leidenschaft agieren. Zeit, diese Leidenschaft in meinem Privatleben einzusetzen.
Spass muss sein! Guetzli backen mit dem Gottemeidli, mit der Freundin bis tief in die Nacht diskutieren, einen Weihnachtsmarkt besuchen und sich den Hinter abfrieren, 400 Franken für einen Hosenanzug ausgeben, ganz viele Freunde einladen und sie bekochen, mit einem lieben Freund sinnlos Wein trinken und guten Sex haben (nein Jöri, es geht dich nichts an, mit wem ich Sex hatte) – es gibt viel nachzuholen. Die Wohnung ist geputzt, die Kleider sind gewaschen – ich bin bereit für den 15. Dezember J
Der erste Tag im Jahr 2008. Er fühlt sich unwirklich an, als ob ich im neuen Jahr noch nicht gelandet bin. Als ob das Jahr 2007 für mich noch nicht abgeschlossen ist. Wenn ich so zurück denke, hat das vergangene Jahr für mich viele Veränderungen gebracht. Ein neues Zuhause, ein neuer Job, eine neue Umgebung, neue Freunde, neue Chancen.... Viele bezeichnen mich als Glückspilz. Aber mein Leben fühlt sich wie eine Achterbahnfahrt an.
Alle erwarten dauernd etwas von mir, sei es im Job, meine Freunde oder meine Familie. Aber ich habe keine Energie mehr. Ich kann nicht mehr und habe auch keine Lust dazu. Weiss gar nicht, wann ich das letzte mal so richtig glücklich war. Da es mir nicht spontan einfällt, liegt es wohl schon einige Zeit zurück. Was ist bloss schief gelaufen?
Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der immer fröhlich ist, gute Laune verbreitet, dem nichts unmöglich erscheint, der die unmöglichsten Ideen hat, in jeder Person nur das Gute sieht und jedem zuhört.
Doch im vergangenen Jahr muss heimlich eine Betonmauer um mich herum entstanden sein. Niemand hat es bemerkt. Die Fassade hat sich nicht verändert. Aber ich habe mich verändert. Ich habe keine Lust mehr, mir alles gefallen zu lassen. Will mich wehren. Doch es bleibt im Hals stecken.
Ich vernachlässige meine Freunde. Melde mich nicht mehr. Schreibe niemandem. Rufe niemanden an. Lasse niemanden zu nahe an mich ran. Eigentlich will ich ihnen erzählen, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Doch niemand hört zu.
Soeben habe ich meine Flügel ausgebreitet und bin im Jahr 2008 gelandet. Alles andere gehört der Vergangenheit an. Ich will Spass, will lachen, tanzen, geniessen und noch viel mehr. 2008 – ich komme!
Bin chaotisch, spontan, faul, energiegeladen, neugierig, kommunikativ, ruhig, unterhaltsam, frech, .... es gäbe 1000 Worte für mich. Leider ist der Platz beschränkt...